Visuelle Wahrnehmungsstörungen betreffen die Art und Weise, wie das Gehirn visuelle Informationen verarbeitet und interpretiert. Diese Störungen können erhebliche Herausforderungen im Alltag verursachen, aber durch gezieltes und insbesondere unbewusstes Training können die Symptome oft deutlich verbessert werden. Es ist wichtig, zwischen bewusstem und unbewusstem Training zu unterscheiden, wobei das unbewusste Training eine besondere Bedeutung hat.
Was versteht man unter einer visuellen Wahrnehmungsstörung?
Eine visuelle Wahrnehmungsstörung ist eine neurologische Beeinträchtigung, bei der das Gehirn Schwierigkeiten hat, visuelle Informationen korrekt zu verarbeiten. Diese Störungen können verschiedene Aspekte des Sehens betreffen, wie die Erkennung von Formen, das Verständnis räumlicher Beziehungen oder die Hand-Auge-Koordination.
Ursachen:
Visuelle Wahrnehmungsstörungen können durch verschiedene Faktoren verursacht werden, darunter genetische Prädispositionen, neurologische Erkrankungen, Hirnverletzungen oder Entwicklungsstörungen. Man kann aber auch als Erwachsener eine visuelle Wahrnehmungsstörung erwerben durch z.B. Fehlverhalten.
Visuelle Wahrnehmungsstörungen beeinflussen das tägliche Leben erheblich. Diese Störungen können alltägliche Aufgaben erschweren und die schulische sowie berufliche Leistung beeinträchtigen.
Herausforderungen im Alltag:
Kinder können Schwierigkeiten beim Lesen und Schreiben haben, was zu Lernproblemen führt.
Erwachsene können bei der Arbeit beeinträchtigt sein, insbesondere in Berufen, die eine gute visuelle Wahrnehmung erfordern.
Auch Freizeitaktivitäten wie Sport oder Hobbys können durch visuelle Wahrnehmungsstörungen erschwert werden.
Beim Training von visuellen Wahrnehmungsstörungen wird zwischen bewusstem und unbewusstem Training unterschieden. Beide Methoden haben ihre Vorteile, aber das unbewusste Training spielt eine besonders wichtige Rolle.
Bewusstes Training
Bewusstes Training beinhaltet gezielte Übungen zur Verbesserung spezifischer visueller Fähigkeiten. Diese Übungen können in einem strukturierten Setting, wie einer Therapie oder zu Hause, durchgeführt werden. Beispiele sind:
Unbewusstes Training
Unbewusstes Training erfolgt kann durch alltägliche Aktivitäten, die nicht als spezifische Übungen konzipiert sind, aber dennoch die visuelle Wahrnehmung verbessern können. Beispiele sind:
Echtes unbewusstes Training der visuellen Wahrnehmung findet aber in sehr genau bestimmten Situationen in Kombination mit zusätzlichen Stimuli statt, dies auch teilweise kombiniert mit speziellen Geräten. Diese Art des unbewussten Trainings ist hocheffektiv.
Warum unbewusstes Training wichtiger ist
Unbewusstes Training integriert die visuelle Wahrnehmung in den Alltag und fördert die Fähigkeit, visuelle Informationen in realen Situationen zu nutzen. Dies führt zu nachhaltigeren Verbesserungen, da das Gehirn lernt, visuelle Reize effizienter zu verarbeiten, ohne dass die betroffene Person aktiv darüber nachdenken muss.
Studien haben gezeigt, dass gezieltes visuelles Training die neuronale Plastizität fördern kann, wodurch das Gehirn lernt, visuelle Informationen besser zu verarbeiten. Forschungen an der Universität von Kalifornien haben beispielsweise ergeben, dass regelmäßiges visuelles Training bei Kindern mit Wahrnehmungsstörungen zu signifikanten Verbesserungen führen kann.
Bedeutung der Neuroplastizität
Es gibt viele einfache Möglichkeiten, die visuelle Wahrnehmung im Alltag zu fördern.
Integration in den Alltag
Fördern Sie die visuelle Wahrnehmung durch regelmäßige Puzzles und Rätselspiele.
Malen, Zeichnen und Basteln stärken die visuellen Fähigkeiten.
Sportarten wie Tennis, Badminton oder Basketball verbessern die Hand-Auge-Koordination.
Tipps für Eltern und Lehrer
Integrieren Sie visuelle Wahrnehmungsübungen spielerisch in den Alltag der Kinder.
Bieten Sie gezielte Unterstützung und Anpassungen im schulischen Umfeld, um den Bedürfnissen von Kindern mit visuellen Wahrnehmungsstörungen gerecht zu werden.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass visuelle Wahrnehmungsstörungen durch eine Kombination aus bewusstem und unbewusstem Training effektiv trainiert werden können. Wissenschaftliche Erkenntnisse und praktische Erfahrungen zeigen, dass regelmäßiges Training die visuellen Fähigkeiten erheblich verbessern kann. Durch die Integration von Übungen in den Alltag und die Unterstützung durch spezialisierte Optometristen kann die Lebensqualität der Betroffenen deutlich gesteigert werden.
Max, 8 Jahre, hatte Schwierigkeiten in der Schule, insbesondere beim Lesen und Schreiben. Nach einer Analyse durch einen auf visuelle Wahrnehmungsstörungen spezialisierten Optometristen begann er ein gezieltes Trainingsprogramm, das bewusste Übungen und unbewusstes Training beinhaltete. Innerhalb von sechs Monaten zeigten sich deutliche Verbesserungen in seiner Lesefähigkeit und Hand-Auge-Koordination.
Lisa, 32 Jahre, litt unter visuellen Wahrnehmungsstörungen, die ihre berufliche Leistung beeinträchtigten. Durch eine Kombination aus visuellen Übungen und kreativen Tätigkeiten wie Zeichnen und Malen konnte sie ihre visuelle Belastung reduzieren und ihre visuelle Effizienz steigern. Nach einem Jahr Training berichtete sie von einer signifikanten Verbesserung ihrer visuellen Fähigkeiten und ihrer beruflichen Produktivität.
In beiden Fällen konnte das visuelle Wahrnehmungstraining alleine die Problematik nicht beheben, besonders relevant ist dabei, dass visuelle Wahrnehmungsstörungen eine Ursache haben, die oft in der visuellen Entwicklung oder der visuellen Belastung (Erwachsene) des Klienten liegt. Nur durch Beheben dieser Defizite in Kombination mit dem visuellen Wahrnehmungstraining ist ein echter nachhaltiger Erfolg und ein optimales Endergebnis möglich.